Geschichte der PSD Bankengruppe

Im Jahr 1872 regte das Kaiserliche Generalpostamt die Gründung von Spar- und Vorschussvereinen an.  Wer konnte damals ahnen, dass dies der Beginn einer bis heute 145-jährigen Erfolgsgeschichte sein sollte?

Auch wenn sich die Zeiten geändert haben, ist die Idee der Selbsthilfe heute so aktuell wie damals. 

Vom Selbsthilfeverein zur Direktbankengruppe

Der ursprüngliche Gedanke unseres Gründers, des Generalpostmeisters Heinrich von Stephan, war es, Postmitarbeitern, die in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, aus ihrer Not zu helfen. So entstanden die Spar- und Vorschussvereine. Sie sammelten und verzinsten die Ersparnisse der Mitglieder und vergaben günstige Kredite, die damals Vorschüsse genannt wurden.

Obwohl sie die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaften formell erst von 1998 bis 2000 angenommen haben, wurde das genossenschaftliche Geschäftsmodell von den PSD Banken schon von Beginn an konsequent umgesetzt.

Aus den Selbsthilfevereinen wurde eine moderne Bankengruppe. Unser ursprüngliches Unternehmensziel haben wir aber nie aus den Augen verloren. Es besteht nicht in der Maximierung von Gewinnen, sondern darin, unseren Kunden attraktive Konditionen zu bieten und unsere Mitglieder an unserem wirtschaftlichen Erfolg zu beteiligen.

Dank einer rasanten Entwicklung in den letzten 25 Jahren vertrauen heute mehr als 1,2 Millionen Kunden in Geldfragen den PSD Banken.

Als Direktbank, die ihren Kunden einen „direkten Draht“ über unterschiedliche Kanäle und Medien bietet, spielt auch die technische Entwicklung unserer Finanzdienstleistungen eine entscheidende Rolle. Mit unserem Online-Banking, den Banking-Apps und vielen weiteren Innovationen, mit denen wir das Leben unserer Kunden erleichtern, sind wir hier zukunftssicher aufgestellt.

Die PSD Banken stehen heute für ein attraktives und transparentes Produkt- und Dienstleistungsangebot für die Mitglieder und Kunden. Dass uns unabhängige Tester regelmäßig hohe Qualität in der persönlichen Beratung sowie im Online-Banking bescheinigen, ehrt uns. Noch mehr aber freut uns die nachweislich hohe Zufriedenheit unserer Kunden. Dafür wird sich die gesamte Bankengruppe auch in Zukunft mit Leidenschaft und Begeisterung einsetzen.

Unsere Geschichte reicht mehr als 145 Jahre zurück. Einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse haben wir Ihnen in diesem Zeitstrahl zusammengefasst.

Die Geschichte der PSD Banken seit 1871

  • 2017: Die PSD Bank feiert ihr 145-jähriges Bestehen.
  • 2016: Die Gruppe der PSD Banken wird bei Deutschlands größtem Bankentest durch das Wirtschaftsmagazin EURO zum sechsten Mal in Folge „Beliebteste Regionalbank“.
  • 2013: Einführung des PSD ProfiBrokers für das OnlineBanking. Unsere Kunden können ihr Wertpapierdepot damit noch komfortabler verwalten und gelangen mit wenigen Mausklicks zu wichtigen Informationen rund um ihr Depot und Wertpapiere.
  • 2005: Durch die Verleihung des Siegels „TÜV Service Tested“ bescheinigt der TÜV Saarland den PSD Banken im gesamten Bundesgebiet eine hohe Dienstleitungsqualität: Beratungskompetenz und Freundlichkeit der PSD-Mitarbeiter sowie attraktive Preise und Konditionen schlagen sich in einer „guten“ Gesamtzufriedenheit der Mitglieder und Kunden nieder.
  • 2003: Die PSD Banken öffnen sich verstärkt für alle Privatkunden und vollziehen den Imagewechsel zur „regionalen beratenden Direktbank mit partnerschaftlicher Tradition“. Mit vielfältigen Werbe- und Marketingaktionen wird das Kürzel PSD als Marke aufgebaut. Dahinter steht ein Multikanal-Vertriebskonzept, das auf persönlicher Beratung und kostengünstigem Service per Brief, Telefon und Online-Banking beruht. Jede Privatperson kann in ihrer Region Kunde einer dort ansässigen PSD Bank werden.
  • 1997: Zum 125-jährigen Jubiläum erhalten die PSD Banken ein neues Logo. Die Rechtsform des wirtschaftlichen Vereins ist für Bankinstitute nicht mehr zeitgemäß. Bis 2000 beschließen nach und nach alle PSD Banken die Umfirmierung in eingetragene Genossenschaften.
  • 1994: Zwischen den Postreformen von 1992 und 1995 schlägt die Geburtsstunde der heutigen PSD Banken. Bis die Deutsche Bundespost in die drei eigenständigen Aktiengesellschaften Deutsche Telekom AG, Deutsche Post AG und Postbank AG privatisiert wurde, waren sie eng mit dem früheren Staatskonzern verbunden. Jetzt schieden die Beschäftigten der PSD aus dem Personalhaushalt der Post aus und die PSD schließen mit den Gewerkschaften eigene Tarifverträge mit branchenüblichen Vereinbarungen ab. Die PSD werden Arbeitgeber für die bei ihnen beschäftigten Postangehörigen.
  • 1990: Nach der Wiedervereinigung beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der PSpDV. Die Vereine, deren Geschäftsgebiete an der innerdeutschen Grenze lagen, gründen Zweigstellen in den neuen Ländern, um den dortigen Mitarbeitern aus dem Post- und Fernmeldewesen die Mitgliedschaft zu ermöglichen. Ein Jahr zuvor war die bis dahin übliche Abkürzung PspDV für Post- Spar- und Darlehnsverein bundesweit durch PSD ersetzt worden.
  • 1972: Der Verband der PSD Banken wird Gründungsmitglied des deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes e.V. (DGRV) und des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken e.V. (BVR).
  • 1948: Das Vertrauen der Mitglieder in die PSpDV war auch nach 1945 nicht erschüttert – im Gegenteil. Die Spartätigkeit nahm zu, auch die Nachfrage nach Kleinkrediten für dringend benötigte Haushaltsgeräte wurde lebhafter. Die Deutsche Post wächst zu einem der größten öffentlichen Arbeitgeber und mit ihr wächst die Zahl der Mitglieder der PSpDV.
  • 1938: Am 26. August wird der Prüfverband der Post-Spar- und Darlehnsvereine e. V. in Berlin gegründet. Neben seiner originären Tätigkeit als Prüfer der Vereine berät und betreut er von Beginn an seine Mitglieder. In den Wirren der Nachkriegszeit übernimmt der Verband zum Beispiel die treuhänderische Verwaltung des Vermögens der Vereine zur Zeit der Währungsumstellung sowie für die Vereine in den ehemaligen Ostgebieten.
  • 1934: Einrichtung einer Sicherungseinrichtung für die Genossenschaftsbanken. Seitdem hat nie ein Anleger einen Verlust seiner Einlagen bei Genossenschaftsbanken erlitten. Für die Genossenschaften wurde der BVR-Garantiefonds geschaffen, eine besonders weitgehende Sicherungseinrichtung: Sowohl die Einlagen sind in voller Höhe gesichert als auch das Fortbestehen der Bank.
  • 1929: Im Oktober bricht die New Yorker Börse unter panikartigen Verkäufen zusammen. Die anschließende Wirtschaftskrise greift auf Europa über und reißt auch in Deutschland Firmen und Banken in den Bankrott. Die PSpD-Vereine überstehen die Bankenkrise jedoch unbeschadet, da sie gemäß ihren Satzungen zur sicheren Anlage der Spargelder verpflichtet sind und sich nicht an Industriefinanzierungen beteiligt hatten. Die Spareinlagen der Mitglieder bleiben erhalten.
  • 1919: Die Niederlage im Ersten Weltkrieg bedeutet das Ende des deutschen Kaiserreichs. Nach dem Versailler Friedensvertrag vom 28. Juni 1919 kommt es zu großen Gebietsabtretungen – als unmittelbare Folge schrumpft die Zahl der PSdP-Vereine von 40 auf 36. Durch die Inflation verschlechtert sich die finanzielle Situation der Vereine dramatisch. Auf dem Höhepunkt der Geldentwertung im Jahr 1923 muss die Darlehnsvergabe an die Mitglieder vollständig eingestellt werden.
  • 1903: Der Spar- und Vorschussverein Braunschweig wurde in Post-Spar- und Darlehnsverein (PSpDV) zu Braunschweig umbenannt.
  • 1879: Kaiser Wilhelm I. verleiht den Post-Spar und Vorschussvereinen am 24. Dezember die Rechte einer juristischen Person. Damit endet der „vorläufige, versuchsweise“ Status der sogenannten Vorschussvereine. Als Körperschaften mit fester Rechtsgrundlage waren sie nun in der Lage, die Geschäfte mit ihren Mitgliedern auszuweiten. Die Mitgliederanzahl steigt auf rund 34.000 an.
  • 1872: Am 4. Januar 1872 ergeht ein „General-Cirkular“ des kaiserlichen Generalpostamts an sämtliche kaiserliche Ober-Post-Directionen, in dem „bei den Erwägungen zur Verbesserung der Lage der Beamten und Unterbeamten … versuchsweise die Gründung von Spar-und Vorschußverein im Kreise der Postbeamten“ empfohlen wird. Verfasser des Schreibens ist der Generalpostmeister Heinrich von Stephan. Noch im Gründungsjahr etablieren alle 36 Oberpostdirektionen des Deutschen Reiches (ohne Bayern und Württemberg) Post-Spar und Vorschussvereine.
  • 1871: Am 10. Januar 1871 geht beim „Kaiserlichen Generalpostamt“ in Berlin aus Frankfurt am Main ein Antrag „betreffend die Gründung von Creditvereinen für Postbeamte“ ein.