Restschuldversicherung: Wie viel Sicherheit braucht Ihr Kredit?

Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie sich Gedanken um den Ernstfall machen: Denn was passiert, wenn Sie Ihren Kredit aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod nicht mehr abbezahlen können?

Für diesen Fall können Sie sich selbst – oder für den Todesfall auch Ihre Hinterbliebenen – absichern, indem Sie eine sogenannte Restschuldversicherung (auch Restkredit-, Ratenschutzversicherung oder Kredit-Lebensversicherung genannt) abschließen.

In der Regel werden Sie bei der Unterzeichnung Ihres Kreditvertrags gefragt, ob Sie auch eine Restschuldversicherung abschließen möchten. Bei dieser Versicherung handelt es sich um ein separates Produkt, wofür zusätzliche Kosten entstehen.

In den meisten Fällen ist die Versicherung freiwillig: Sie müssen sie also nicht abschließen, um den Kredit zu erhalten.

Wie funktioniert die Restschuldversicherung?

Die Versicherung springt ein, wenn Sie Ihre Restschuld, also den Betrag vom Kredit, den Sie noch nicht zurückgezahlt haben, nicht mehr tilgen können. Die Versicherung zahlt die fälligen Raten bzw. springt im Todesfall für den Restbetrag ein.

Restschuldversicherungen kommen vorwiegend bei Ratenkrediten, Autokrediten und Baufinanzierungen zum Einsatz.

In welchen Fällen springt die Versicherung ein?

Grundsätzlich hängt es von Ihrem Kreditvertrag ab, welche Eventualitäten abgedeckt sind. Zu den gängigsten Absicherungen zählen:

  1. Todesfall
  2. Arbeitsunfähigkeit
  3. Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit
  4. Scheidung

Lesen Sie dabei unbedingt das Kleingedruckte, denn häufig sind die genannten Fälle mit Bedingungen verknüpft: Beispielsweise zahlen die Versicherungen nur in einem eng gesteckten Zeitraum oder verfügen über umfangreiche Ausschlusskriterien.

Überlegen Sie sich daher genau, ob sich eine Versicherung lohnt.

Prüfen Sie unbedingt die Ausschlusskriterien Ihrer Versicherung. Erst wenn Sie wissen, in welchen Fällen die  Versicherung nicht zahlt, können Sie sinnvoll die Entscheidung treffen, ob sie sich wirklich lohnt. 

Was kostet eine Restschuldversicherung?

Da die Kosten für die Versicherung in der Regel nicht im Effektivzins angegeben sind, ist es manchmal gar nicht so leicht, die tatsächlichen Kosten zu erkennen.

Grundsätzlich gilt, dass die Kosten von Bank zu Bank unterschiedlich sind und bei ungefähr 15 % des Kreditbetrags liegen. Wie teuer die Versicherung in Ihrem Fall sein wird, erfragen Sie am besten bei Ihrem Bank-Berater.

Wann lohnt sich die Absicherung?

Grundsätzlich gilt: Je höher die Darlehenssumme ist, desto gründlicher sollten Sie über eine Absicherung nachdenken. Einen Ratenkredit auf diese Art abzusichern, ist in der Regel nicht notwendig und zudem recht kostspielig.

Eine Besonderheit stellt die Baufinanzierung dar: Da es hier um eine sehr hohe Summe geht, macht eine Absicherung Sinn. Denn falls der Kreditnehmer verstirbt, sind die Hinterbliebenen abgesichert.

So manche Baufinanzierung können Sie ohne eine Restschuldversicherung gar nicht erst abschließen. Details hierzu erklärt Ihnen Ihr Baufinanzierungsberater in Ihrer Bank.

Umgekehrt bedeutet das, dass sich die Restschuldversicherung in anderen Fällen finanziell gesehen gar nicht lohnt.

Verfügen Sie bereits über eine Risikolebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung, so benötigen Sie keine Restkreditversicherung. Denn in diesen Fällen sind Sie bereits abgesichert. 

Doch gehen Sie auch hier auf Nummer sicher und überprüfen Sie Ihre Versicherungsverträge.   

Versicherungsnehmer oder versicherte Person

Achten Sie bei Ihrem Kreditversicherungsvertrag unbedingt darauf, ob Sie Versicherungsnehmer oder lediglich „versicherte Person“ sind: Wenn Sie Versicherungsnehmer sind, so haben Sie einen Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft, die Ihnen die Restschuldversicherung verkauft.

Sind Sie dagegen „versicherte Person“, so sind Sie Teil des Gruppenversicherungsvertrags, den Ihre Bank mit der Versicherungsgesellschaft abgeschlossen hat. Somit ist Ihre Bank der direkte Vertragspartner und nicht Sie.

Der Unterschied? Als versicherte Person können Sie nicht ordentlich kündigen, als Versicherungsnehmer allerdings schon.

So können Sie die Restschuldversicherung kündigen

Wenn Sie bereits eine Restschuldversicherung haben, diese aber nicht (mehr) benötigen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Doch hier kommt es auf die Details an:

  1. Ordentlich kündigen können Sie nur, wenn Sie im Vertrag als „Versicherungsnehmer“ genannt werden und sofern ein ordentliches Kündigungsrecht überhaupt vorgesehen ist. Beachten Sie dabei die im Vertrag genannte Kündigungsfrist.
  2. Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie, wenn Sie Ihren Kredit umschulden möchten. Denn Ihre Restschuldversicherung fällt nicht einfach weg, auch wenn Sie umgeschuldet haben. Sie müssen sie in jedem Fall separat kündigen.