Kredit und SCHUFA: Die wichtigsten Fragen für Sie erklärt

Um die SCHUFA ranken sich viele Mythen – vor allem, wenn es darum geht, einen Kredit zu erhalten.

Wir klären die sechs wichtigsten Fragen zum Thema. So können Sie der SCHUFA-Prüfung gelassen entgegensehen.

Zuvor allerdings noch ein kurzer Blick auf die SCHUFA und ihre Relevanz für Ihren Alltag. 

Was ist die SCHUFA eigentlich?

Der Name „SCHUFA“ steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Sie ist keine Behörde, sondern ein deutsches privatwirtschaftliches Unternehmen, eine sogenannte Auskunftei. Zwar gibt es weitere Auskunfteien, doch die SCHUFA ist die bekannteste und zugleich wichtigste.

Seit der Gründung 1927 informiert das Unternehmen seine Vertragspartner, beispielsweise Banken, Versandhäuser und Telekommunikationsunternehmen, über das bisherige Zahlungsverhalten von Personen. 

Die SCHUFA ist auch Teil Ihres Alltags

Wenn Sie also beispielsweise beim Versandhaus bestellen, ein Girokonto bei einer Bank eröffnen oder einen Kredit beantragen, findet im Hintergrund oftmals eine SCHUFA-Abfrage statt.

Dieser Abfrage stimmen Sie zu, indem Sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) akzeptieren. Denn in den AGB verbirgt sich häufig die sogenannte SCHUFA-Klausel: Damit erlauben Sie dem Unternehmen, Ihre Daten an die SCHUFA weiterzugeben.

Das Unternehmen erhält seitens der SCHUFA Informationen zu Ihrem Zahlungsverhalten und schließt darauf auf Ihre Bonität. Denn es möchte erfahren, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Rechnung auch bezahlen. So schützt sich das Unternehmen vor möglichen Zahlungsausfällen.

Fällt Ihre SCHUFA-Auskunft eher schlecht aus, so werden Sie als neuer Kunde entweder abgelehnt – dies wäre bei der Eröffnung des Girokontos oder der Kreditaufnahme der Fall – oder Sie können im Falle einer Versandhausbestellung nicht per Rechnung zahlen und müssen eine andere Zahlungsmethode wählen – beispielsweise die Vorkasse. 

Was ist der SCHUFA-Score?

Die SCHUFA gibt also eine Einschätzung über die Bonität einer Person ab – dies geschieht in Form eines sogenannten „Scores“.

Wenn Sie einen Kredit beantragen möchten, greift der Kredit-Score: Die SCHUFA ermittelt einen Prozentwert, der angibt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihren Kredit zurückzahlen. Je höher dieser ausfällt, desto wahrscheinlicher ist es.

Der Score wird in Punkten angegeben und enthält Informationen über Ihr bisheriges Zahlungsverhalten und berücksichtigt auch, ob und wie oft Sie in Ihrer Vergangenheit schon mal einen Kredit aufgenommen und, wenn ja, ob Sie diesen vollständig zurückgezahlt haben.

Anleitung: Kostenlos den eigenen SCHUFA-Status erhalten

Sie können alle Informationen einsehen, die von der SCHUFA über Sie gespeichert wurden. Normalerweise kostet dieser Dienst, einmal jährlich aber können Sie ihn kostenlos nutzen.

Was Sie wissen müssen:

  1. Die Abfrage selbst ist nicht online möglich, sondern nur über ein Formular. Das Formular finden Sie unter https://www.meineschufa.de/index.php?site=11_3_1
  2. Die „Angaben zur Person“ sind Pflichtangaben und müssen vollständig ausgefüllt werden. „Sonstige Angaben“ dagegen sind freiwillig.
  3. Machen Sie für eine kostenlose Abfrage kein Kreuz bei „Alternativ: Bestellung Bonitätsauskunft“. Ansonsten nämlich kostet Sie die Abfrage knapp 30 Euro.
  4. Folgen Sie im Weiteren den Anweisungen zum Versand (Seite 2 des PDF-Formulars).

Die kostenlose SCHUFA-Auskunft hat keine Auswirkung auf Ihren SCHUFA-Score.

Wieso es den SCHUFA-Score nicht gibt

Um die Bonitätsauskunft so präzise wie möglich zu machen, gibt es nicht nur einen, sondern verschiedene und branchenspezifische Scores.

So ermittelt die SCHUFA beispielsweise einen Score, der bringt zum Ausdruck, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Baufinanzierung zurückzahlen, und einen, der zeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie Ihre Schuhe bezahlen, die Sie kürzlich online bestellt haben.

Sie merken: Hier herrscht ein großer Unterschied. Denn es geht nicht nur um verschiedene Lebensbereiche, sondern vor allem auch um unterschiedlich hohe finanzielle Belastungen.

Hinzu kommt, dass manche Unternehmen eine individuelle Scoring-Berechnung von der SCHUFA anfordern oder sie legen gleich eigene Scorings zugrunde.

Aus diesen Gründen kann es vorkommen, dass der Score für ein und dieselbe Person, je nach Kategorie, unterschiedlich ausfällt.

Erfragen Sie bei der SCHUFA Ihren individuellen Score-Wert, so erhalten Sie den sogenannten Basisscore. Dieser setzt sich aus den unterschiedlichen Scores zusammen und dient als Orientierungswert, der nicht an Unternehmen weitergegeben wird.

Die SCHUFA speichert nur die Daten, die etwas mit Ihrer Bonität zu tun haben.

Nationalität, Beruf, Einkommen, Familienstand sowie der Wohnort spielen bei der Berechnung der verschiedenen Scores keine Rolle.

Verschlechtert ein Kredit meinen SCHUFA-Score?

Nein. Die Anzahl in Anspruch genommener Kredite spielt keine Rolle. Viel wichtiger ist Ihr Zahlungsverhalten: Zahlen Sie schnell und vollständig zurück, was Sie der Bank oder anderen Unternehmen schulden, ändert sich die Auskunft nicht. Zahlen Sie nachlässig oder gar nicht, verschlechtert sich die Auskunft dann doch.

Sie können Ihren SCHUFA-Score nur indirekt durch Ihr eigenes Zahlungsverhalten beeinflussen:

  1. Rechnungen pünktlich bezahlen: Haben Sie doch mal eine Rechnung vergessen, so ignorieren Sie die Mahnungen nicht, sondern begleichen Sie diese möglichst schnell.
  2. Vermeiden Sie es, Kreditlinien zu überschreiten.
  3. Zahlen Sie Ihre Schulden vollständig zurück.

Können Einträge in der SCHUFA-Akte gelöscht werden?

Ja und nein.

Finden Sie bei der (jährlichen) Auskunft zu Ihren SCHUFA-Daten Fehler, können Sie die Löschung falscher Daten verlangen. Einen Muster-Brief hierzu finden Sie unter „14. Wie formuliere ich einen Brief, mit dem ich die Löschung der Daten verlange?“ bei der Verbraucherzentrale.

Sind die Daten jedoch korrekt, können Sie die Löschung der Daten weder veranlassen noch selbst durchführen.

Es gibt jedoch auch feste Fristen für die Einträge in Ihrer SCHUFA-Akte. Sind diese Fristen abgelaufen, sind damit also auch die entsprechenden Einträge gelöscht. Das geschieht also ganz automatisch.

Die Fristen zur Löschung sehen so aus:

12 Monate:
Fragen Sie bei Ihrer Bank einen Kredit an, so speichert die SCHUFA diese Anfrage ein Jahr lang. Ihren Vertragspartnern gibt die SCHUFA diese Informationen jedoch nur zehn Tage lang weiter.

3 Jahre:

  • Kredite
  • Informationen über nicht getätigte Zahlungen
  • Informationen über Kreditkartenkonten
  • Informationen aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte und zentralen Vollstreckungsgerichte
  • Informationen über eine Restschuldbefreiung (Erteilung oder Versagung)
  • Informationen über die Aufhebung eines Insolvenzverfahrens

4 Jahre:
Zahlungsschwierigkeiten und Verträge, die Sie nicht erfüllt haben, werden bis zu vier Jahre lang gespeichert. In besonderen Härtefällen sogar noch länger.

5 Jahre:
Wurde Ihr Insolvenzverfahren abgewiesen oder aufgrund fehlender Insolvenzmasse eingestellt, so löscht die SCHUFA diese Informationen nach fünf Jahren.

6 Jahre:

Wird eine sogenannte Restschuldbefreiung angekündigt, speichert die SCHUFA diese Informationen sechs Jahre lang. Ebenso lange ist die Speicherung von Informationen über ein Verbraucherinsolvenzverfahren.

Wichtig: Die Kennzeichnung „Insolvenzverfahren eröffnet“ wird bereits drei Jahre nach Aufhebung oder Einstellung des Insolvenzverfahrens entfernt.

Weitere Fristen:

Informationen über bestehende Girokonten löscht die SCHUFA erst dann, wenn das Konto gelöscht wurde.

Haben Sie bei einem Versandhaus etwas bestellt, so werden die Informationen gelöscht, wenn Sie die Zahlungen erledigt haben.

Wie wirkt sich ein Kredit auf das SCHUFA-Rating aus?

Grundsätzlich wirkt sich ein Kredit weder positiv noch negativ auf Ihr SCHUFA-Rating aus.

Achten Sie jedoch darauf, dass Sie möglichst wenige Kredite gleichzeitig in Anspruch nehmen, und prüfen Sie im Vorfeld genau, ob Sie diese auch in finanziellen Notlagen bedienen können.

So verhindern Sie einerseits eine schlechte SCHUFA-Auskunft, falls Sie Kredite nicht mehr bezahlen können, und andererseits, dass Sie in die Schuldenfalle tappen.

Bis zu bzw. ab welchem SCHUFA-Score erhalte ich einen Kredit?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn der SCHUFA-Score dient der Bank lediglich als Entscheidungshilfe.

Auch Faktoren wie Beruf, Einkommen, die Vermögenslage und ob Sie bereits einen Kredit bei dieser Bank hatten oder haben, werden seitens der Bank bei der Kreditvergabe berücksichtigt.

Wem ein Kredit bewilligt wird und wem nicht, entscheiden interne Richtlinien, die von Bank zu Bank unterschiedlich sind.

Wichtig zu wissen: Die Entscheidung, ob Sie einen Kredit erhalten oder nicht, trifft niemals die SCHUFA, sondern immer Ihre Bank.