Immobilie als Kapitalanlage

Worauf achten und mit welcher Strategie sind Sie erfolgreich?

Eine historische Niedrigzinsphase und steigende Mietpreise in Metropolen bescheren der Kapitalanlage Immobilie rosige Zukunftsaussichten.

Experten sind sich darin einig, dass sich solch eine Geldanlage trotz steigender Preise immer noch lohnt und mit der richtigen Strategie ertragreiche Renditen möglich sind.

Unser Ratgeber zeigt auf, was Sie bei einer Investition in diese vielversprechende Anlageform berücksichtigen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Immobilien als Kapitalanlage stellen eine vergleichsweise risikoarme Investitionsform mit teilweise attraktiven Renditechancen dar.
  • Wertsteigerung und Gewinn hängen maßgeblich von der Lage und dem Zustand des Objektes ab.
  • Es gibt unterschiedliche Strategien, um mit Immobilien Gewinne zu erzielen. Für private Investoren eignet sich vor allem der Kauf von Mehrfamilienhäusern mit den damit verbundenen Mieteinnahmen.
  • Die Investition in eine Immobilie eignet sich jedoch nicht für alle Geldanleger gleichermaßen. Auch ist es wichtig, einige Risiken wie eine zu geringe Risikostreuung zu vermeiden.

Für wen lohnt sich die Investition in eine Immobilie?

Grundsätzlich gelten Immobilien als sichere und risikoarme Geldanlage. Sie erfreut sich aufgrund der anhaltenden Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten immer größerer Beliebtheit.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, wie exorbitant die Mietpreise in den Metropolen steigen. Das verspricht gute Renditechancen. Und doch: Eine Investition in Immobilien kommt nicht für jeden infrage.

Das höhere Ausfallrisiko sichern Banken wiederum durch zusätzliche Anforderungen an die Bonität und höhere Zinssätze ab, was sich für Sie in höheren Zinskosten, also einer höheren monatlichen Belastung niederschlägt. Wer sich das jedoch leisten kann, profitiert in Niedrigzinsphasen durchaus von einer Vollfinanzierung.

Auch bei Immobilien gilt das Prinzip der Risikostreuung

Unabhängig von der Form der Geldanlage ist es stets riskant, sein komplettes Vermögen in ein einziges Objekt zu stecken.

Das gilt auch für Immobilien – schließlich lassen sich die Nachfrage nach Wohnraum, gesetzliche Veränderungen wie ein Mietendeckel oder die Zinsentwicklung ebenso kaum vorhersagen wie ungeplante Reparaturmaßnahmen.

Zudem ist das Geld erst einmal gebunden, spontane Anschaffungen sind nicht mehr möglich. So eignet sich eine Immobilie vor allem für

  • Personen mit einem sicheren Arbeitsplatz, die eine Fremdfinanzierung nutzen können,
  • Personen mit Eigenkapital – insbesondere, wenn sie viel verdienen und hohe Steuern zahlen, d. h., von Steuervorteilen profitieren können.

Immobilien selbst nutzen oder vermieten?

Aus Anlagesicht ist es unerheblich, ob Sie ein Objekt selbst bewohnen oder vermieten. Mit der Eigennutzung geht der Vorteil einher, nicht von etwaigem Leerstand und damit verbundenen Mietausfällen betroffen zu sein, was die Planungssicherheit bei der Finanzierung steigert. Umgekehrt geht das Eigenheim zulasten der Flexibilität, wenn Sie den Wohnort doch noch mal ändern möchten.

Als Kapitalanlage eignet sich die Vermietung von Immobilien gegenüber der Eigennutzung jedoch eher, da sie mit einigen Steuervorteilen verbunden ist und kurzfristige Einnahmen beschert. Andererseits müssen diese natürlich auch versteuert werden, was einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand mit sich bringt.

Welche Vorteile hat die Immobilien als Kapitalanlage?

Die Geldanlage in Immobilien bringt gegenüber risikobehafteten Aktienspekulationen, renditearmen Bundesanleihen oder dem Festgeld mit seiner Tendenz zu Negativzinsen gleich mehrere Vorteile mit sich.

Steuerliche Vorteile

Jährlich lassen sich je nach Alter des Objektes 2 bzw. 2,5 % der Investitionssumme abzüglich des Grundstücks abschreiben.

Daneben gelten Reparaturarbeiten und andere Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Immobilie stehen, als Werbungskosten. Dazu zählen vor allem:

  • Reparatur- und Renovierungsarbeiten
  • Maklerkosten
  • Fahrtkosten

Geltend machen lassen sich beispielsweise auch die Darlehenszinsen, die einkommensmindernd wirken und so die Steuerlast verringern. Das macht die Anlageform vor allem für Gutverdiener attraktiv.

Bei der Nutzung von Immobilien als Spekulationsobjekte gilt zu berücksichtigen, dass es eine zehnjährige Frist gibt, innerhalb der Veräußerungsgewinne mit dem aktuellen Einkommensteuersatz versteuert werden müssen und bis dato gewährte Abschreibungen ebenfalls als Gewinne aufsummiert werden.

Wollen Sie diese Ausgaben umgehen, lohnt es sich, die Immobilie mindestens über diesen Zeitraum zu halten.

Geldanlage mit geringem Risiko

Immobilien bieten einen hervorragenden Schutz vor Inflation. Während Geld in kritischen Phasen seinen Wert verliert, steigt der Preis der Immobilie.

Gleichzeitig fallen die Wertschwankungen wesentlich geringer aus als bei Aktien oder Anleihen und der Totalverlust ist quasi ausgeschlossen.

Im Falle einer Vermietung profitieren Anleger zudem von Mieteinkünften, die direkt der Finanzierung dienen können, während sich langfristig der Wert von Grundstück und Immobilie steigert.

Gute Renditechancen

Das Ziel einer Kapitalanlage ist natürlich, Rendite zu erwirtschaften. Dazu muss der Kaufpreis in einem angemessenen Verhältnis zu den Mieteinnahmen stehen. Grob überschlagen muss sich die Kaltmiete bei rund 3,30 Euro je 1.000 Euro Kaufpreis / m² bewegen.

Das heißt: Liegt der Kaufpreis bei 5.000 Euro / m², muss die Kaltmiete bei 16,50 Euro liegen, damit sich das Objekt dauerhaft lohnt. So können Sie sich schon im Vorfeld ausrechnen, wie rentabel ein Objekt wahrscheinlich auf Dauer ist.

Der Kaufpreis sollte dem Marktwert entsprechen. Üblich ist ein Verhältnis zur Jahreskaltmiete, das im günstigsten Fall bei Faktor 20 liegt. Normal ist vielerorts inzwischen ein Faktor von 25 oder sogar 30. Je vielversprechender eine Investition dabei für die Zukunft ist, desto höher darf dieser Faktor ausfallen.Berechnung der Rendite

Makler werben häufig mit Renditen von 8 % und mehr. Das ist in den meisten Fällen utopisch – realistisch sind immerhin 3–4 %. Wie hoch die Rendite letztlich tatsächlich ist, lässt sich mit verschiedenen Formeln ermitteln.

Am häufigsten genutzt wird die Nettorendite, die Kauf- und Nebenkosten ebenso wie den Aufwand für die Instandhaltung berücksichtigt – die Finanzierungskosten jedoch außen vorlässt.

Nettorendite (in %) = (Jahresmiete – Bewirtschaftungskosten)*100 / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)

In der Beispielrechnung ergibt sich hier bei einem Kaufpreis von 640.000 Euro eine Nettorendite von 3,84 %:

 Gesamtkaufpreis Nettokaltmiete Nettorendite
640.000 € Kaufpreis + 96.000 € Nebenkosten = 736.000 € 33.600 € Kaltmiete – 5.280 € nicht umlagefähige Kosten = 28.320 € 28.320 € / 736.000 € = 0,0384 * 100 = 3,84 %

Eine weitere aussagekräftige Ziffer ist die Objektrendite, die abgesehen von der Finanzierung alle Einnahmen und Ausgaben erfasst.

Damit ermöglicht sie einen Vergleich verschiedener Objekte und zeigt auf, ob sich der Leverage-Effekt sinnvoll nutzen lässt. Dieser sagt aus, wie sich Fremdkapital bei der Finanzierung auf die Rentabilität des Eigenkapitals auswirkt.

Die Formel dafür lautet wie folgt:

Mietreinertrag – Unterhaltskosten – Steuerlast = Objektrendite

Immobilien als Altersvorsorge

Eine Immobilie stellt stets auch eine Form der Altersvorsorge dar. Denkbar ist nach einer anfänglichen Vermietung beispielsweise die spätere Eigennutzung oder aber das Generieren von monatlichen Mieteinnahmen, die ein zusätzliches Einkommen neben der Rente schaffen.

Wer die Eigennutzung plant, macht sich am besten rechtzeitig Gedanken über unbefristete Mietverträge und die Tauglichkeit der Wohnung für Senioren.

Auch sollte das Objekt natürlich bis zum Ruhestand abbezahlt sein, was meist einen höheren Eigenkapitalanteil voraussetzt.

Welche Nachteile birgt eine Immobilie als Kapitalanlage?

Natürlich stehen den genannten Vorteilen auch einige Nachteile gegenüber. Diese resultieren vor allem aus dem Vernachlässigen einer hinreichenden Risikostreuung bei der Geldanlage, der langfristigen Kapitalbindung sowie den Unwägbarkeiten hinsichtlich der Objektentwicklung.

Mit etwas Sachverstand und einer sorgfältigen Auswahl der Immobilie können Sie die potenziellen Risiken jedoch gut eindämmen.

 Vorteile  Nachteile
  • kurzfristige Renditen durch Mieteinnahmen
  • Inflationsschutz
  • Steuervorteile
  • geringes Investitionsrisiko
  • Altersvorsorge
  • langfristige Kapitalbindung
  • Klumpenrisiko / geringe Risikostreuung
  • renditeverringernde Betriebskosten
  • Mietausfallrisiko
  • ungewisse Wertsteigerung
  • Verwaltungsaufwand
  • Versteckte Mängel

Welche Immobilie eignet sich als Kapitalanlage?

Im Wesentlichen gibt es drei Möglichkeiten, um Geld in eine Immobilie zu investieren. Diese richten sich jeweils an verschiedene Zielgruppen und bergen unterschiedliche Vor- und Nachteile.

  1. Kauf einer Wohnung
  2. Neubau eines Objektes
  3. Kauf einer Bestandsimmobilie

Kauf einer Wohnung

Der Kauf einer Wohnung stellt hinsichtlich zu erwartender Renditen eine eher nachteilige Lösung dar – hat jedoch den Vorteil, dass eine Wohnung durchschnittlich günstiger ist als ein ganzes Haus.

Meist entsprechen vermietete Wohnungen in attraktiven Lagen bereits dem Mietenspiegel und der Kaufpreis ist an die örtliche Nachfrage angepasst.

Das heißt: Wer eine Wohnung in einer beliebten Gegend kaufen will, generiert zwar höhere Mieteinnahmen, legt aber für den Kauf auch mehr auf den Tisch.

Möglich ist natürlich eine Spekulation auf künftig attraktive Gegenden, um hier günstige Wohnungen zu erwerben, die in den kommenden Jahren an Wert gewinnen. Damit einher geht jedoch stets ein nicht zu unterschätzendes Spekulationsrisiko.

Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass mit einer Wohnung immer auch Abstimmungen der einzelnen Eigentümer anfallen. Wollen Sie Veränderungen am Objekt vornehmen, um beispielsweise die Attraktivität zu steigern, ist stets eine Absprache notwendig. Ziehen hier nicht alle Eigentümer am gleichen Strang, wird es schnell anstrengend.

Eine Alternative stellen z. B. Investitionen in Pflegeimmobilien dar. Hier übernimmt eine Verwaltung alle anfallenden Aufgaben und Sie erhalten die Mieten ganz risikofrei vom Pächter.

Mit einer Pachtdauer von ca. 30 Jahren ist eine Langfristigkeit gegeben, die Höhe der Rücklagenbildung fällt geringer aus und es gibt keinerlei Mietausfälle.

Automatische Mietsteigerungen gleichen die Inflationsrate aus, der Verkauf ist oft einfacher als jener einer klassischen Wohnung. Mit einer Insolvenzrate von weniger als 1 % ist das Risiko im Vergleich zu einer vermieteten Eigentumswohnung verhältnismäßig gering.

Neubau

Ein Neubau bringt den Vorteil mit sich, dass die Bausubstanz top in Schuss ist und in den nächsten Jahren meist keine Renovierungs- und Reparaturarbeiten zu erwarten sind.

Schnäppchen sind hier allerdings genauso wenig zu erwarten wie bei Wohnungen: Wer in einer attraktiven Lage bauen will, sieht sich hohen Grundstückspreisen gegenüber, jede andere Standortwahl bleibt Spekulation.

Da Privatanleger eher selten ganze Mehrfamilienhäuser bauen, eignen sich Neubauten für gewöhnlich weniger als Kapitalanlage zur Vermietung. Sie werden gemeinhin selbst genutzt und stellen eine gute Altersvorsorge dar.

Kauf von Bestandsimmobilien

Vor allem in urbanen Regionen ist die Aussicht auf Neubauten gering. Bauflächen gibt es allenfalls in der Peripherie, die innerstädtischen Grundstücke werden durch Investoren bebaut. Oft bleibt also nur der Kauf einer Bestandsimmobilie.

Hier bieten sich insbesondere Mehrfamilienhäuser an: Mehrfache Mieteinnahmen steigern die Rendite, es gibt keine Miteigentümer, auf die Rücksicht zu nehmen ist, und die Attraktivität des Objektes lässt sich nach persönlichem Gusto steigern.

Gleichzeitig verringert eine größere Anzahl von Mietern das Risiko, wenn zeitweise durch Leerstand die eine oder andere Einnahme entfällt. Allerdings geht mit mehreren Mietern auch ein höherer Verwaltungsaufwand einher.

Beim Kauf eines Einfamilienhauses hingegen erzielt bei einem späteren Wiederverkauf vor allem das Grundstück die größte Wertsteigerung.

Gewerbeimmobilien eignen sich eher für Profis, da das Gewerbemietrecht für Laien einige Tücken birgt.

Kriterien für geeignete Immobilien

Ganz gleich, ob Kauf einer Wohnung oder Bau eines Hauses: Für alle Objekte gelten die gleichen Kriterien, um eine langfristige Wertminderung zu verhindern.

Das strukturelle Umfeld in Form von Arbeitsplätzen und der Infrastruktur mit Freizeitangeboten und Verkehrsanbindung beeinflussen die Attraktivität der Lage. Die wiederum schützt vor Leerstand und sorgt damit für dauerhafte Einnahmen.

  • Standort: Bevölkerungswachstum, geringe Arbeitslosenquote
  • Mikrolage: attraktive Wohngegend, gute Verkehrsanbindung

Um teure Renovierungsarbeiten zu verhindern, die Gewinne mindern, ist ein zweiter Faktor natürlich der Zustand des Objektes selbst.

  • Zustand: zeitgemäße Haustechnik, keine Bauschäden, Anforderungen an EnEV
  • Verhältnismäßigkeit der Nebenkosten für Mieter
  • Mieterstruktur ohne Problemmieter
  • zusätzliche Ausstattungsmerkmale, die die Attraktivität des Objektes steigern

Kurzum: Wer selbst nicht über das nötige Fachwissen bei der Wahl einer geeigneten Immobilie mit guten Renditeaussichten verfügt, ist angesichts der Investitionshöhe gut beraten, einen Experten hinzuzuziehen.

Welche Strategie führt bei der Kapitalanlage Immobilie zur maximalen Rendite?

Bei der gezielten Geldanlage in eine Immobilie mit einer maximalen Gewinnabsicht ist es nicht damit getan, ein Objekt zu erwerben und blauäugig auf etwas Überschuss zu warten.

Nur mithilfe einer durchdachten Strategie lässt sich der maximale Gewinn mit einem Objekt erzielen. Hier gibt es im Wesentlichen zwei Vorgehen:

Nach dem Kauf einer – im Optimalfall voll vermieteten – Immobilie in einer attraktiven Lage entsteht durch die Mieteinnahmen nach dem monatlichen Aufwand für Zinsen und Tilgung ein positiver Cashflow.

Die Lage führt mittelfristig zu einer Wertsteigerung, die Rendite wird durch die Angleichung an den örtlichen Mietenspiegel erzielt. Der Verkauf des Objektes ist dann nach zehn Jahren mit dem Ende der Spekulationsfrist steuerfrei möglich.

Steht bei der ersten Strategie der geringe Aufwand für die Instandhaltung im Vordergrund, geht es bei der zweiten Vorgehensweise darum, renovierungsbedürftige Immobilien aufzuwerten und so eine möglichst hohe Wertsteigerung durch den Verkauf zu erzielen.

Hier bieten sich Objekte an, die sich mit attraktiven Details im Innen- und Außenbereich zusätzlich gestalten lassen. Das ist zugegebenermaßen jedoch eher etwas für Profis und nichts für angehende Privatinvestoren.

Wie läuft die Finanzierung einer Immobilie ab?

Das Ziel der Kapitalanlage ist zunächst oft die Tilgung von Kredit und Zinsen durch laufende Mieteinnahmen. Die Immobilie soll sich also zunächst selbst finanzieren, bis tatsächlich Gewinne erzielt werden.

Das hat den Vorteil, dass Sie im Prinzip über wenig Eigenkapital verfügen müssen, um ein Anlageobjekt zu finanzieren. Eine Fremdfinanzierung kann auch Risiken haben.

Kosten beim Erwerb von Immobilien

Neben dem eigentlichen Kaufpreis spielen weitere Faktoren eine Rolle, die darüber entscheiden, ob das Objekt Rendite abwerfen wird.

  • Nebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Maklerprovision
  • Nutzungsdauer
  • anvisierte Mieteinnahmen
  • Höhe der Verwaltungskosten
  • Erhaltungsaufwand
  • Steuern
  • Zinsbindung bei der Finanzierung, d. h., gegebenenfalls wirkt sich eine Anschlussfinanzierung auf die Rendite aus
  • Faktoren, die die Wertentwicklung beeinflussen können und sich auf den Wiederverkaufswert legen

Beispielrechnung Gesamtkosten des Wohnungskaufs

 Kaufpreis 420.000 €
 Grunderwerbssteuer (6 %) 25.200 €
 Notar und Grundbuchamt (2 %) 8.400 €
 Makler Courtage 0 €
 Nebenkosten gesamt 33.600 €
 Gesamtkosten 453.600 €
 Eigenkapital des Anlegers 203.600 €

Geringes Eigenkapital notwendig

Im Gegensatz zu Geldanlagen in Wertpapiere oder Anleihen, bei denen das Kapital zur Investition im Vorfeld in voller Höhe vorhanden sein muss, braucht es zur Kapitalanlage in Immobilien nicht die volle Investitionssumme.

Vor allem die aktuell anhaltende Niedrigzinsphase begünstigt die Aufnahme eines Kredits zur Fremdfinanzierung von Immobilien.

Das gilt jedoch mit einer Einschränkung: Der Immobilienkauf birgt stets ein – wenn auch vergleichsweise geringes – Risiko, sodass Banken durchaus sorgfältig prüfen, ob eine ausreichende Bonität vorliegt.

Gute Chancen haben Sie mit

  • einer unbefristeten Festanstellung
  • einem stabilen und hohen Einkommen
  • einem nicht allzu hohen Alter.

Vielleicht ist Ihre Bank auch bereit, eine maximale Kreditsumme zu benennen, anhand derer Privatinvestoren auf die Suche nach einem finanzierbaren Objekt gehen können.

Die folgende Beispielrechnung hilft dabei, die wesentlichen Zahlen für die Machbarkeit einer Finanzierung zu ermitteln.

Ermittlung der monatlichen Raten bei feststehender Laufzeit

Bei der Finanzierung geht dieses Beispiel von einer 15-jährigen Frist aus, mit dem eine anfängliche Tilgungsrate von 3 % verbunden ist.

So ist beispielsweise die folgende Finanzierung denkbar:

 Gesamtkosten 453.600 €
 Eigenkapital 203.600 €
 Kreditsumme (60 %) 250.000 €
 Sollzins 2,5 %
 anfängliche Tilgung 3 %
 Dauer der Zinsbindung 15 Jahre
 Restschuld nach 15 Jahren 113.672,81 €
 Monatsrate 1.145,83 €

Nach 15 Jahren verbleiben weiterhin 113.672 €, die durch eine Anschlussfinanzierung getilgt werden. Alternativ ist auch ein Verkauf der Immobilie denkbar, wenn die Wertsteigerung der vergangenen Jahre eine gute Rendite verspricht.

So können Sie die Restschuld tilgen und profitieren vom Gewinn. Damit die Zinsen der ersten Jahre diesen allerdings nicht zunichtemachen, empfiehlt sich eine sorgfältige Prüfung von Finanzierungskosten und Verkaufspreis.

Berechnung monatlicher Kreditraten anhand von Mieteinnahmen

Im obigen Beispiel zu den Gesamtkosten liegt der Kaufpreis von 420.000 € etwa um das 25-Fache über der Jahreskaltmiete, die durch die Vermietung erzielt wird. Nehmen wir künftig für die Vermietung 1.400 € monatlich an:

 erzielbare Kaltmiete pro Quadratmeter 20 €
 Monatskaltmiete 1.400 €
 Jahreskaltmiete 16.800 €

Diese erzielten Einnahmen verringern sich jedoch durch nicht auf die Mieter umlegbare Kosten wie jene für Erhalt und Verwaltung der Wohnung.

Sie können monatlich also nicht die volle Monatskaltmiete in die Rückzahlung des Darlehens investieren, sondern bilden Rücklagen. damit verlängert sich natürlich die Rückzahlungsfrist von 25 Jahren, zumal zusätzlich Zinsen anfallen, die hier noch nicht berücksichtigt sind.

Steuerliche Vorteile durch Abschreibungen

Vermieten Sie Ihre Immobilie, sind jährliche Abschreibungen bei der Steuer möglich. Diese erfolgen über die gesamte Dauer der Abschreibungen linear, d. h. gleichbleibend.

Bei der Berechnung der Steuern ist eine Trennung von Gebäude und Grundstück vorzunehmen, da Abschreibungen nur auf das Gebäude möglich sind.

Bei Neubauten und Altbauten gilt eine jährliche Abschreibungsrate von 2 % über einen Zeitraum von 50 Jahren bzw. 2,5 % über 40 Jahre, wenn das Haus vor 1925 errichtet wurde. Das sieht dann wie folgt aus:

 Wert des Grundstücks 168.000 € (40 %)
 Wert des Gebäudes 252.000 € (60 %)
 Anteil Gebäude an Nebenkosten 20.160 €
 Grundlage für Abschreibung 272.160 €
 Abschreibung pro Jahr (50 Jahre) 5.443,20 €
 Grenzsteuersatz des Anlegers 42 %

Auch Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notarkosten oder Maklerkosten sind absetzbar, die Kosten für den Eintrag ins Grundbuch hingegen nicht. Weitere Sonderregelungen gelten für denkmalgeschützte Bauten.

Risiken bei der Fremdfinanzierung über ein Darlehen

Risiken bestehen bei Immobilie als Kapitalanlage vor allem durch Mietausfälle, unvorhergesehene Renovierungskosten oder den Attraktivitätsverlust des Standortes, der zu sinkenden Mieteinnahmen führt.

Entsprechend sollten Sie die Finanzierung stets mit ausreichendem Puffer planen. So lassen sich im Optimalfall Rücklagen für Reparaturen oder zeitweisen Leerstand bilden, ohne dass die Kapitalanlage zum finanziellen Desaster wird.

Die Hinzuziehung eines Sachverständigen bei der Beurteilung von Objekt und Lage sollte selbstverständlich ebenfalls im Vorfeld erfolgen.

Fazit | Die Immobilie als Kaptalanlage

Immobilien sind eine risikoarme Geldanlage, die langfristig durchaus attraktive Renditen erzielen können und sich ganz nebenbei zur Altersvorsorge eignen.

Dank der aktuellen Niedrigzinsphase ist eine Finanzierung auch ohne viel Eigenkapital interessant, wobei Banken hier auf besondere Sicherheiten setzen und Zinssätze durchschnittlich höher sind.

Mit der Wahl einer gut erhaltenen Immobilie in einer attraktiven Lage mit perspektivisch guten Entwicklungsprognosen ist das Risiko beim Immobilienkauf vergleichsweise gering, da sich die Finanzierung durch die Mieteinnahmen potenziell selbst trägt.

Natürlich gibt es auch hier Ungewissheiten, die sich mit etwas Sachverstand, einer vernünftigen Risikostreuung und einem durchdachten Finanzplan in überschaubarem Rahmen bewegen.

Es lohnt sich also, einen persönlichen Beratungstermin bei der Hausbank zu vereinbaren und die Finanzierungsoptionen auszuloten, wenn Sie eine Immobilie als Teil Ihrer Geldanlage anstreben und sowohl von den steuerlichen Vorteilen als auch dem geringen Risiko profitieren möchten.