Dividendenausschüttung

Wie funktioniert das eigentlich?

Ihr Depot ist gefüllt mit Aktien und Wertpapieren und plötzlich bekommen Sie Post: die Einladung zur Hauptversammlung. Für Sie als Aktionär besonders interessant: Dort wird unter anderem die Höhe der Dividende beschlossen.

Wir erklären Ihnen, wie Sie die Dividende erhalten und welche Voraussetzungen Sie hierfür erfüllen müssen.

Hauptversammlung: Das große Aktionärstreffen

Bei der Hauptversammlung treffen sich alle Aktionäre des Unternehmens und informieren sich über die geschäftlichen Entwicklungen. Die Versammlung findet einmal jährlich statt – meistens in der ersten Jahreshälfte.

Häufig wird sie in der Nähe der Firmenzentrale abgehalten. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt ist das Fassen von Beschlüssen. Je nachdem, welche Aktien Sie haben (Vorzugs- oder Stammaktien), können Sie an den Abstimmungen mitwirken.

Zu den Beschlüssen gehört auch die Dividendenhöhe, also wie hoch die Gewinnausschüttung an die Aktionäre ausfallen wird. Der Vorstand schlägt die Höhe vor, sie wird anschließend von der Versammlung in einfacher Mehrheit beschlossen.

Gut zu wissen: Die Höhe der Dividende kann auch gleich 0 sein. Die Versammlung kann also auch beschließen, dass keine Dividende ausgezahlt wird. 

Die Dividendenhöhe wird in der Regel in Euro pro Stück angegeben. Sie erhalten also beispielsweise für eine Aktie zwei Euro Dividende. Besitzen Sie 100 Aktien des Unternehmens, erhalten Sie demnach 200 Euro Dividende.

Wurde die Dividende bis 2016 am Tag nach der Hauptversammlung ausgezahlt, so bekommen Sie diese seit 2017 am dritten Tag nach der Versammlung. Sie erhalten sie jedoch nur dann, wenn die entsprechende Aktie am Tag der Aktionärsversammlung in Ihrem Depot liegt. Die Auszahlung erfolgt automatisch, Sie brauchen also selbst nicht aktiv zu werden.

Dividenden versteuern

Ebenfalls automatisch erfolgt die Besteuerung. Denn weil Dividenden zu den sogenannten Einkünften aus Kapitalvermögen stammen, müssen Sie diese versteuern, sofern diese über dem pauschalen Freibetrag liegen.

Dann greift die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent. Hinzu kommen noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag sowie die Kirchensteuer, wenn Sie Kirchenmitglied sind. Diese fällt je nach Bundesland unterschiedlich hoch aus.

Gutes Timing: Der richtige Zeitpunkt für den Aktienkauf

Am Tag nach der Auszahlung reduziert sich der Aktienkurs um die Höhe der Dividende: Das liegt daran, dass durch die Gewinnausschüttung Kapital das Unternehmen verlässt.

Doch der geringe Kurs ist nicht unbedingt der beste Zeitpunkt für den Kauf von Aktien. Denn beachten Sie unbedingt die Transaktionsgebühren, die durch den Aktienkauf fällig werden.

Es kann sich dennoch lohnen, Aktien nach der Dividendenausschüttung zu kaufen, und zwar dann, wenn sich die Transaktionsgebühren als Prozentsatz am aktuellen Kurs orientieren. Der Kurs sinkt nach der Dividendenausschüttung. Der Kauf ist zu diesem Zeitpunkt besonders günstig, denn die Gebühren fallen geringer aus.

Dividendenrendite berechnen

Doch wie lukrativ ist Ihre Aktie eigentlich? Das können Sie anhand der Dividendenrendite herausfinden. Denn diese zeigt das Verhältnis der Dividende zum Aktienkurs. Sie berechnet sich wie folgt:

Dividende / Aktienkurs x 100 %

Beispiel:
Die Muster AG schüttet eine Dividende von 2 Euro aus und der Kurs liegt bei 50 Euro.
2 / 50 x 100 % = 4 %

Die Dividendenrendite beträgt demnach 4 Prozent – ein sehr guter Wert.

Weitere Dividenden-Arten

Neben der klassischen Dividende, also der Ausschüttung von Geld, gibt es noch die Sachdividende und die Stockdividende.

Bei der Sachdividende werden entweder Wirtschaftsgüter oder Aktien von Tochtergesellschaften ausgegeben. Bei der Stockdividende (auch Aktiendividende genannt) erhalten Sie statt Geld weitere Aktien.